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Artikel der Dewezet nach Konzert in der Münsterkirche
21-03-2011 17:49 von Karlo
Es ist nicht wie früher im Gesangverein
Hameln. Ein schöner Erfolg: 1750 Euro sind beim Benefizkonzert des Polizeichores Hameln für die Münster-Jugend zusammengekommen. Im voll besetzten Münster feierten über 100 Sänger das 25-jährige Jubiläum des Polizeichores. „Der ganze Chor war hervorragend, auch die Akustik in dem wunderbaren Münster“, lobte Ute Schünemann aus Tündern die Sänger. Man merke, dass Chorleiter Andranik Simonyan hohe Ansprüche an seine Sänger stelle
Von der Klassik bis zur Moderne reichte die Auswahl der Lieder. „Ave Maria“ von Jakob Arcadelt erklang ebenso wie „Ah grazie sie rendano“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „The Colors of My Life“ von Cy Coleman.
„Die Sonne heute hat beim Singen befreit, und man konnte sich in die verschiedenen Lieder besser hineinfühlen“, beschrieb Heike Claus-Römer die Stimmung im Münster. Seit einem Jahr singt sie mit ihrem Mann beim Polizeichor. „Offenherzig und freundlich“ seien sie in den Alt-Chor aufgenommen worden. Die Schwierigkeit der Stücke sei besonders reizvoll, weil sich dadurch auch das Niveau der Sänger hebe. „Man muss sich das schon richtig erarbeiten“, sagt Claus-Römer. Und die Chor-Gemeinschaft sei „ganz toll“.
„Aus Platzgründen konnten wir heute die Berliner Philharmoniker nicht einladen“, sagte Thomas Schrell, Vorsitzender des Polizeichores, mit einem Augenzwinkern. Er kündigte Chorleiter Andranik Simonyan an, der das „Adagio des Klarinettenkonzerts in A-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart spielte.
Über Johannes Sporleder, der die „Fantasie Impromptu Op. 66“ von Frédéric Chopin auf dem Klavier spielte, sagte der Vorsitzende: „Mit seinen 16 Jahren ist er bereits ein Meister seines Fachs.“ Dies bestätigte das Publikum mit tosendem Applaus. Schließlich waren die Zuhörer eingeladen, beim Kirchenlied „Lobe den Herren“ mitzusingen: „Das reißt einfach mit“, begeisterte sich Helmut Hesse aus Hannover. Besonders die Vielfalt der Lieder habe ihm gefallen. Am Ende gab es großen Applaus für den hervorragenden Chor, die Zuhörer standen von ihren Sitzen auf und spendeten stehende Ovationen.
Mit seinen 108 aktiven Mitgliedern ist der Polizeichor Hameln einer der größten eigenständigen Chöre Deutschlands. Genau richtig für Andranik Simonyan: „Ich habe mir schon immer einen großen Chor gewünscht“, sagt der Leiter. Auch mit den 45 neuen Mitgliedern, die nach dem Chorprojekt „Bach swinging Webber“ im letzten Jahr eingetreten sind, laufe es „sehr harmonisch“. Fragt man den in Armenien geborenen Musiker nach seinen Zukunftsplänen, gerät er ins Schwärmen: „Wir wollen unbedingt ein großes Freiluftkonzert im Bürgerpark mit Feuerwerk und Show aufführen“, sagt er. Dieses Jahr sei dies nicht mehr zu schaffen, doch vielleicht im nächsten Jahr.
Von Anfang an dabei ist Wolfgang Adomat, der zusammen mit Kollegen im Mai 1986 den Polizeichor gegründet hat. Noch immer unterstützt der 76-Jährige die Bass-Stimmen, seine Arbeit im Vorstand hat er in diesem Jahr beendet.
„Es ist die Lust am Gesang, und es ist die Gemeinschaft, was mir der Chor bedeutet“, sagt er. Auch seine Frau singe seit 25 Jahren mit, es mache Spaß, ein gemeinsames Hobby zu haben.
„Wir waren der erste gemischte Chor beim Sängerbund der Deutschen Polizei“, erinnert sich Adomat. Auch wer von Beruf kein Polizist ist, sei im Chor immer willkommen. Manchmal sei der Chorleiter mit seinen Sängern nicht zufrieden, plaudert Adomat aus dem Nähkästchen. „Aber hinterher hat er immer Recht“, sagt der 76-Jährige lachend. Denke er an die erste Aufnahme vor 25 Jahren, „wo man noch ganz stolz war“, so merke er heute „einen himmelweiten Unterschied“.
„Als Laie habe ich eine Menge dazugelernt. Ich weiß zum Beispiel jetzt, was forte und piano bedeuten“, sagt Adomat. Regelmäßig lernten die Sänger in Seminaren, Aussprache und Atemtechnik für ihre Konzerte zu verbessern. „Es ist nicht wie früher beim Gesangverein, sondern hier wird ernsthaft gearbeitet“, fügt der 76-Jährige lächelnd hinzu.
Das nächste Konzert mit dem Polizeichor Hameln ist am 19. Mai um 19.30 Uhr in der Kursana Residenz Bad Pyrmont.